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Nachhaltige Kommunikation

– nachhaltige Medienproduktion

Die Kommunikation des Konzepts der Nachhaltigkeit ist nach wie vor eine der dringendsten Aufgaben, die sich der zukunftsorientierten Gesellschaft stellen. Das betrifft verantwortungsbewusste Unternehmen ebenso wie NGOs und die Medienbranche. Wie aber erfolgt diese Kommunikation?
Authentizität und Glaubwürdigkeit sind nur dann gewährleistet, wenn auch die verwendeten Kanäle dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung tragen. Und so befindet sich gerade die Medienproduktion in einer doppelten Verantwortung.
Unter dem Slogan:
„Die Welt braucht nicht mehr Medien. Sie braucht bessere“
forciert die Brancheninitiative Media Mundo den Nachhaltigkeitsgedanken in der Welt der Medienproduktion. Zielsetzung ist es, Kommunikationsverantwortlichen und ebenso den ausführenden Dienstleistern Konzepte und Strategien an die Hand zu geben, mit denen sich nicht nur in ökologischer und sozialer Hinsicht, sondern auch ganz konkrete ökonomische Vorteile realisieren lassen. Die Basis dazu bildet, wie in anderen Branchen auch, die Unternehmensphilosophie. „Es geht darum, die Entwicklung der Branche ebenso wie die Entwicklung der Gesellschaft wahrzunehmen und diese widerzuspiegeln. Und wenn Unternehmen aufmerksam sind, dann werden sie dem Nachhaltigkeitsgedanken in Form von Leitsätzen, von vorgelebten Qualitäts- und Umweltzielen Rechnung tragen. Das verlangt ein Umdenken von rein ökonomischen Denkweisen hin zur nachhaltigen Ökonomie“, erklärt Dieter Ebert, Mitglied im Media Mundo-Beirat für nachhaltige Medienproduktion und Bereichsleiter im Druckhaus Berlin-Mitte. „Wir erachten es nicht nur als Aufgabe, sondern als Verpflichtung, die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, die im Rahmen der nachhaltigen Medienproduktion zur Verfügung stehen, auszuschöpfen. Gleichzeitig ergeben sich aus den umgesetzten Maßnahmen durchaus auch ökonomische Vorteile“, fügt Roland Makulla, bei Oeding Druck für das Umweltmanagement zuständig, hinzu. Insbesondere in der Druckbranche ist Papier ein sehr wichtiges Kriterium der nachhaltigen Produktion.
„Pro Tag werden weltweit über eine Million Tonnen Papier verbraucht und aufs Jahr gerechnet endet die Hälfte des weltweiten Holzverbrauchs auf irgendeine Weise im Papier. Damit verbunden ist ein sehr hoher Energieverbrauch bei der Papierherstellung“, so Roland Makulla. Dem begegnet die Media Mundo-Initiative mit gezielten Empfehlungen. So sollen bevorzugt Recyclingpapiere zum Einsatz kommen, die nicht nur die wertvolle Ressource Holz sparen, sondern auch mit deutlich weniger Energie und mit einem spürbar geringeren Wasserverbrauch produziert werden. Wenn der Einsatz von sogenannten Frischfaserpapieren erforderlich ist, sollte durch eine FSC-Zertifizierung sichergestellt sein, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. „Wir überprüfen aber nicht nur die verwendeten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe kontinuierlich, sondern den gesamten Produktionsbetrieb. So kann man Farben oder Lacke auf Basis nachwachsender Rohstoffe verwenden. Es gibt Möglichkeiten, durch regelmäßige Wartungsarbeiten, Leckageprüfungen an den Druckluftleitungen, Wärmerückgewinnung an den Druckmaschinen, intelligente Beleuchtungskonzepte und zentrale Kompressoren, die lastabhängig laufen, sehr viel Energie einzusparen. Das geht bis zur Null-Emissions-Produktion, die wir mit dem Neubau unseres Firmengebäudes im nächsten Jahr anstreben. Aus ökologischen, aber auch aus ökonomischen Gründen optimieren wir ständig die Transportwege. So haben wir beispielsweise eine interne Weiterverarbeitung, vermeiden Leefahrten und nutzen den Go-Green-Service der Deutschen Post. Schritt für Schritt lässt sich so ein ganzes Maßnahmenbündel umsetzen, um den Verbrauch von Ressourcen, Energie und Wasser zu vermindern und in einigen Bereichen ganz zu vermeiden“, erläutert Roland Makulla. Das Druckhaus Berlin-Mitte ist bereits seit zehn Jahren nach der Umweltmanagementnorm ISO 1401 sowie nach dem Öko-Audit EMAS zertifiziert. „Das erfordert die regelmäßige Kontrolle der Produktion und der ökonomischen Zahlen. Auf dieser Grundlage haben sich dann immer wieder neue Ziele ergeben, um die Umweltmanagementsysteme weiter mit Leben zu füllen. Darauf aufbauend ergeben sich schnell weitere Zertifizierungen wie etwa der ProzessStandard Offset, der die Qualität der Produktion sicherstellt, FSC oder das klimaneutrale Drucken. Der Company Carbon Footprint wird jährlich kontrolliert. Diese interne CO2-Bilanz, die beispielsweise Heizung, Strom oder die Anfahrt der Mitarbeiter erfasst, verbessert sich kontinuierlich. Auf den Product Carbon Footprint haben wir jedoch weniger Einfluss, denn das Material, das am meisten CO2 emittiert, sucht in der Regel der Kunde aus. Deshalb beraten wir unsere Kunden sehr intensiv und empfehlen zum Beispiel Recyclingpapiere, die deutlich weniger Strom verbrauchen. Dabei muss man im Auge behalten, dass die Druckerei nur ein – wenn auch wichtiges — Glied der Prozesskette Medienproduktion ist. Dazu gehören aber auch die verwendeten Materialien sowie die Gestaltung und das Layout, die Transporte etc.“, so Dieter Ebert. Trotz aller technischen Möglichkeiten und auch einer deutlich spürbaren Erhöhung der Nachfrage nach nachhaltigen Medienprodukten ist dennoch ein weiter Weg zu gehen. „Das liegt in erster Linie daran, dass viele Dinge für den Verbraucher noch gar nicht greifbar sind. Viele fordern ein FSC-Siegel, nur, weil alle anderen das auch haben, ohne überhaupt zu hinterfragen, wofür die Zertifizierung steht. Das ist der falsche Weg. Man sollte doch schon ein Bild haben, was die Druckerei leisten muss, um das anbieten zu können. Das ‚chlorfrei gebleichte Papier‘ wird immer noch beworben, obwohl schon seit Jahren kein Chlor mehr zum Bleichen verwendet wird. Das sind ganz normale Entwicklungen, die man nicht in den Vordergrund spielen sollte, sondern darauf aufbauen“, resümiert Dieter Ebert. Kommunikation über Nachhaltigkeit ist also auch in der Kommunikationsbranche immer noch ein wichtiges Thema.


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Fachverband Medienproduktioner e.V.
 
Eingestellt März 2012
2012-03-05